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Die vielfältigen kolonialen und religiösen Einflüsse in Burma

Unsere burmesische Odyssee ging an einem frühen Dienstagmorgen weiter. Wir hatten ein volles Programm vor uns, aber glücklicherweise hatten wir uns mit einer erholsamen Nachtruhe darauf vorbereitet.
Wir waren gespannt auf die umfangreichen Restaurierungsarbeiten an den Kolonialgebäuden, die derzeit in Thant Myint-U stattfinden, und so hatte unser Reiseleiter Sann für uns einen kleinen Rundgang organisiert. Auf dem Weg zu unserem ersten Halt, dem alten Postamt, schlenderten wir an Straßenhändlern vorbei, die interessante Speisen sowie Kaffee und Tee anboten.

Am interessantesten war ein Stand, an dem eine Frau Betelnüsse (eine Art lokale Zigarette) von Hand drehte. Das Betelblatt wird mit einer Kalklösung bestrichen und anschließend mit zerkleinerten Areca-Nüssen gefüllt. Das Ganze wird aufgerollt, ordentlich in eine durchsichtige Plastiktüte gelegt und mit einer Nadel verschlossen. Die Konsumenten kauen dann auf den kleinen Päckchen herum und spucken eine ziemlich ekelerregende rote Flüssigkeit aus.

Als wir das Postamt erreichten, hatte sich bereits eine beträchtliche Menschenmenge aus Touristen und Kunden gebildet, die geduldig darauf warteten, hineinzukommen.

Sobald sich die Türen öffneten, gingen wir hinein, um uns kurz umzusehen, und waren erstaunt, wie stark der britische Designeinfluss noch immer zu spüren war. Besonders interessant war die Treppe aus Gusseisen.

Wir gingen weiter und kehrten im Strand Hotel ein, einem der ältesten Hotels der Stadt, um uns anzusehen, wie auch dieses seinen kolonialen Charme bewahrt hat. Einige der älteren Gebäude in der Stadt werden derzeit restauriert, andere hingegen wirkten leider stark vernachlässigt.

Ein Spaziergang durch die Stadt ist eine gute Möglichkeit, einen Eindruck von ihr zu gewinnen. Alle schienen etwas von einem Wagen, einem Tisch oder aus einem kleinen Laden heraus zu verkaufen.

Die Sule-Pagode befindet sich im Stadtzentrum und ist von einer Moschee und einer christlichen Kirche umgeben. Wir sind nicht hineingegangen, sondern sind um sie herumgelaufen und gefahren und haben die Architektur bewundert.

Einer unserer Begleiter hatte gelesen, dass es irgendwo in der Stadt eine alte Synagoge gibt, und fragte, ob wir sie uns ansehen könnten. Sann tätigte einige Anrufe und fand den Hausmeister, der uns sehr freundlich hereinließ und den Raum öffnete, in dem die Tora aufbewahrt wird. Es handelt sich um eine sehr alte Gemeinde, doch leider gibt es im ganzen Land nur noch etwa 20 jüdische Menschen. Es gibt eine kleine Expat-Gemeinde, was dazu beiträgt, dass die Gemeinde weiterbesteht. Früher gab es über 100 Thora-Rollen, doch mittlerweile sind nur noch zwei übrig. Die Synagoge war recht klein, aber sehr schön, und wir waren alle froh, dass wir die Gelegenheit hatten, sie zu besuchen.

Nachdem wir den ganzen Vormittag herumgelaufen waren, holte uns unser Kleinbus vor der Synagoge ab, und wir fuhren die kurze Strecke zum Sukara-Turm, wo wir oben auf dem Gebäude ein sehr schönes Mittagessen genossen, mit einem tollen Blick über die Stadt.

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