The World feiert seinen ersten Besuch in Wismar
Gegen 9 Uhr morgens legten wir in Wismar an und wurden von der rund 45.000 Einwohner zählenden Stadt herzlich empfangen. Das Feuerlöschboot der Stadt salutierte uns mit seinen Wasserkanonen, die im Rahmen eines traditionellen maritimen Grußes kräftige Wasserstrahlen abfeuerten.

Wismar hat sich viel von seinem Charme bewahrt und weist zahlreiche Zeugnisse seiner Zeit als Mitglied der Hanse sowie seiner mehr als 250-jährigen schwedischen Herrschaft (1648–1903) auf.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Stadt nur in begrenztem Umfang von Bombenangriffen betroffen, wodurch viele ihrer Backsteingebäude mit Giebelfassaden und Fachwerkhäuser erhalten blieben.

Wismar gehörte bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989 zu Ostdeutschland unter sowjetischer Kontrolle. Viele der Gebäude in der Altstadt sind erhalten geblieben. Unser geführter Rundgang führte uns durch die Altstadt und an mehreren Kirchen vorbei, die sich in unterschiedlichen Stadien der Renovierung befanden, darunter die St.-Nikolaus- und die St.-Georgs-Kirche.

Unsere letzte Station war die Brauerei am Lohberg, die bereits seit 1452 Bier braut. Es handelt sich um ein wunderschön restauriertes Fachwerkhaus. Wir probierten drei Biersorten, dazu gab es wirklich herrliche deutsche Brezeln (ja, wir haben uns eine geteilt).

Nachdem die Führung zu Ende war, gingen wir zusammen mit einem anderen Ehepaar aus der Residenz zum Marktplatz und aßen Bratwurst, Currywurst und Pommes von einem lokalen Imbisswagen. Außerdem kauften wir noch Blaubeeren, Erdbeeren und ein paar wunderschöne Pfingstrosen, um uns auf dem Schiff ein bisschen an „Zuhause“ zu erinnern.

Der nächste Tag war herrlich sonnig und klar, und es wurden Temperaturen im hohen 70er-Bereich vorhergesagt. Wir hatten vor, die Stadt Schwerin (schvear – ine) und das Schweriner Schloss zu besuchen, die etwa 45 Minuten von Wismar entfernt liegen.
Dieses Schloss mit 653 Zimmern ist von außen einfach wunderschön. Ursprünglich war es im 12. Jahrhundert eine Festung, die erst viel später, im 16. Jahrhundert, nach und nach zu einem Schloss umgebaut wurde; doch erst im 19. Jahrhundert wurde es vollständig zu dem umgestaltet, wie es heute aussieht. Es liegt auf einer Insel in einem wunderschönen See (dem Schweriner See – dem zweitgrößten See Deutschlands), und dieses fünfeckige Schloss strahlte förmlich vor dem wunderschönen blauen Himmel.

Das Schloss dient heute als Museum und beherbergt zudem den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Zu verschiedenen Zeiten war es eine Fachschule für Erzieherinnen und wurde während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg für kurze Zeit von den Russen genutzt.
Zuerst besichtigten wir die Gärten des Palastes, die wirklich wunderschön waren.

Anschließend begaben wir uns in den Museumsbereich des Schlosses, wo wir etwa 30 Räume besichtigten, darunter den Thronsaal, den Speisesaal, die Bibliothek sowie verschiedene Besprechungs- und Aufenthaltsräume.

Da die Männer und Frauen nicht auf denselben Etagen „wohnten“, unterschieden sich die Ausstattungen von Etage zu Etage erheblich. Die Fußböden bestanden aus aufwendig intarsiertem Holz, und die Decken sowie die Wandvertäfelungen waren sehr kunstvoll gestaltet.
Nach unserer Schlossbesichtigung spazierten wir in die Stadt Schwerin, wo wir zu Mittag aßen und etwas Freizeit hatten, um einzukaufen oder die Gegend zu erkunden.
Da das Schiff heute Abend ausläuft, wurden wir am Kai von einer lokalen Gruppe namens „Shanty Choir“ unterhalten. Während wir von unserem Deck auf dem Schiff aus zuschauten, sang diese Gruppe von etwa 30 Männern mit großer Begeisterung Seemannsarbeitslieder aus der Zeit, als Seeleute schwere Segel noch ausschließlich mit Seilen manövrieren mussten. Auch viele Einwohner von Wismar waren bei der Aufführung dabei.

Zum Abschluss gab es einen Kanonensalut. Zumindest glauben wir, dass es ein Salut war, da sie ja nicht auf uns gezielt haben!
Dies war der erste Besuch des Schiffes in Wismar, und wir freuen uns immer über diese lokale Unterhaltung und den herzlichen Empfang, den wir in kleineren Städten erfahren, die offenbar sehr neugierig auf das Schiff sind und dankbar für die wirtschaftlichen Impulse, die wir ihrer Gemeinde bringen.
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