Expedition nach Ostgrönland: Eine freundliche Begegnung mit einer Ringelrobbe
Während unserer fünftägigen Reise durch den Scoresby Sund hatte eine kleine Gruppe von uns eine höchst ungewöhnliche Begegnung mit einer Ringelrobbe, als wir mit den Zodiacs unterwegs waren. Auf einer Eisscholle wurde eine Robbe gesichtet, was an sich nichts Ungewöhnliches ist, doch das Verhalten dieses Tieres unterschied sich von dem aller Ringelrobben, denen wir bisher begegnet waren.
Normalerweise tauchen diese Robben sofort ins Wasser, sobald sie Menschen wahrnehmen, doch dieses Exemplar blieb lange genug in seinem kleinen Wasserloch auf der Eisscholle, sodass vier verschiedene Boote näherkommen und einen kurzen Blick auf sie werfen konnten. Vielleicht handelte es sich um ein junges und unerfahrenes Tier; auf jeden Fall war es eine außergewöhnliche Begegnung.


Ringelrobben sind die kleinsten, zahlreichsten und am weitesten verbreiteten der arktischen Eisrobben. Ihr Fell ist mit grauen Ringen gesprenkelt, daher der Name. Es sind Einzelgänger, die meist im dichten Packeis anzutreffen sind. Die Weibchen bauen in dickem Eis Höhlen, in denen sie im März oder April ein einziges Jungtier zur Welt bringen. Die Jungtiere werden nach etwa einem Monat entwöhnt und ernähren sich danach wie die Erwachsenen von Fischen und wirbellosen Meerestieren.
Sowohl Eisbären als auch die Inuit schätzen die Ringelrobbe als bevorzugte Nahrungsquelle – sie ist ein Hauptbestandteil ihrer Ernährung und somit ein Dreh- und Angelpunkt des arktischen Ökosystems. Obwohl der Bestand derzeit stabil ist, gibt es Bedenken hinsichtlich der Zukunft, da das arktische Meereis im Zuge des Klimawandels zurückgeht.
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