„Das ausgewiesene Gebiet für staatenlose Flüchtlinge“ (jüdisches Ghetto) in Shanghai, China
Bei unserem ersten Besuch in Shanghai im Jahr 1995 besichtigte unsere Familie das jüdische Ghetto von Shanghai mit einem englischsprachigen Führer, der uns einen sehr guten Überblick über die Geschichte der jüdischen „staatenlosen Flüchtlinge“ (vorwiegend aus Deutschland und seinen Nachbarländern) gab, die in den 1930er Jahren dort ankamen. Zu jener Zeit gab es noch keine Museen und so gut wie keine Gedenktafeln an den Wänden der Ghettohäuser, die von dieser Epoche erzählten. Bei unserem aktuellen Besuch nahmen wir an einer Führung mit einem sachkundigen ortskundigen Führer teil, der uns durch das Ghetto („das ausgewiesene Gebiet für staatenlose Flüchtlinge“) führte und uns mehrere restaurierte Gebäude vorstellte, die heute als Museum dienen und an die Geschichte jener Zeit erinnern.
Von 1933 bis 1941 wurde Shanghai zu einer Art moderner „Arche Noah“ und nahm rund 18.000 jüdische Flüchtlinge auf, die vor dem Holocaust in Europa flohen. Als der Zweite Weltkrieg 1945 endete, hatten die meisten jüdischen Flüchtlinge in Shanghai überlebt. Dr. David Kranzler, ein renommierter Holocaust-Historiker, bezeichnete dies als das „Wunder von Shanghai“ und bemerkte, dass inmitten der größten Tragödie des Judentums, nämlich dem Holocaust, einige Lichtblicke zu erkennen waren. Zu den hellsten davon zählt der Zufluchtsort Shanghai.





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